Kurzvorstellung “die Selbstgerechten”

Das Buch kann hier bestellt werden

Ist Sahra Wagenknecht keine Linke mehr? Sondern eine linke Rechte? Oder rechte Linke? Gar eine “Rassistin”, wie sie von Mitgliedern der eigenen Partei wegen ihres Buches bezeichnet wurde?

Geht das Buch nur darum, dass Sahra den Fridays For Future und BLM Aktivisten Vorhaltungen macht, verlässt sie den angeblich gesteckten Raum des gesellschaftlichen Konsens?

Nein, das ist alles Framing der Medien. Sahra bleibt in ihrer Argumentation links oder “altlinks”, so wie man es von einer Linkspolitikerin erwarten darf.

Die “neue Linke” oder die “Linksliberalen”, wie sie die vollschwulen, glutenbefreiten, veganen Schneeflöckchen mit Bildungsbürgerhintergrund nennt, entlarvt sie dabei als totalitär und auch unsolidarisch.

Den kleinen Mann und seine Sorgen haben diese Selbstgerechten, deren Aktivismus sich in Fairtrade-Aktionen und gerndergerechten Tweets erschöpft, üerhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Daher ist das klassisch linke Wählerpotential in den letzten Jahrzehnten nach rechts abgewandert oder hat den Glauben an die Demokratie gleich ganz verloren und geht nicht einmal mehr zur Urne.

Sahra beschreibt historisch akkurat und mit viel Herzblut, wie der Kampf für die Arbeiterrechte, das usrprüngliche Hauptthema der Linken, durch verquere Rassismusdebatten und Identitätspolitik erodiert wurde.

Ihr Gegenprogramm ist eine neue Solidargemeinschaft, die sich ihre nationale Souveränität zurückholt und unter Ausschluss der Datenkraken des Silicon Valley eine moderne soziale Marktwirtschaft generiert, in der ein Grundeinkommen das soziale Netz bildet, Anreize für echte Leistung geschaffen und Bullshitjobs weggestrichen werden.

Sahra kommuniziert ihre Vision in klaren Worten. Ihr Stil ist gehoben, aber nicht abgehoben, jeder kann verstehen, was sie meint, mancher wird an der einen oder anderen Stelle Zusammenhänge und Hintergründe recherchieren müssen. Ihr Buch ist sowohl als Hoffnungsschimmer für die Verlierer der Globalisieurng und des gesellschaftlichen Wandels der letzten 20-30 Jahre, als auch als Abrechnung mit der zersetzenden Politik der Linken und aller Altparteien zu verstehen.

Ein wiederkehrendes Muster unter ihren Youtube Videos sind Kommentare des Inhalts “ich würde Sie sofort wählen, wenn Sie aus der Linkspartei austreten würden.”

Warum sie das noch nicht getan hat, verstehe wer will. Ihr Begriff für die Politik, für die Utopie, die sie in ihrem Buch zeichnet, ist linkskonservativ. Soziale Gerechtigkeit und Bewahrung von Traditionen sind kein Widerspruch. Dabei fasst sie sogar das heiße Eisen Migration an und stellt fest, dass eine staatliche Gemeinschaft immer unterscheiden muss zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern, solchen, die dazu gehören und solchen, die eben nicht dazu gehören, wobei sie als gemeinsame Grundlage nicht die Ethnie, sondern Werte, Traditionen und kulturelle Gemeinsamkeiten vorschlägt.

Das ist das erste große Problem des Buches: Weit davon entfernt wie ihre Parteigenossen und die meisten anderen Handpuppen der Altparteien jede Einwanderungskritik als rassistisch anzusehen, behagt es der Halbiranerin mit Linkenhintergrund eben doch nicht so ganz, wenn Menschen sich aufgrund ihrer Ethnie als Gemeinschaft begreifen. Und so schlittert sie zwischen der richtigen Beobachtung, dass Arbeitsmigration schon immer Unfrieden erzeugt und die Löhne gedrückt hat, der Verteidigung der kleinen Leute, die keine “Rassisten” seien und Überlegungen zu “echtem” Rassismus, den sie ablehnt, hin und her.

“Rassismus” ist aber nur ein Kampfbegriff der Demokratur, um jeden, der für seine eigenen Rechte und die seiner Kinder eintritt, zu diffamieren. Sich mit den eigenen Leuten gemein zu machen und Fremden zu misstrauen ist das Natürlichste von der Welt. Jeder Kulturrelativist kann sich mit Reisen nach Schwarzafrika oder Saudi Arabien davon überzeugen, dass kulturelle Unterschiede kein Hinrgespinst von Jörn Höcke sind. Das Eigene zu bevorzugen hat nichts mit Hass, aber alles mit gesundem Menschenverstand und Selbstvertrauen zu tun und schließt weder Neugier gegenüber dem Fremden, noch Fernweh oder Kosmopolitentum aus. Wie soll jemand, der sich für das Eigene nur schämen kann, seine Identität bewahren?

Das zweite und weitaus größere Problem des Buches ist, dass Sahra an keiner Stelle die weithin anerkannte Denktradition verlässt, die sich in etwa so zusammenfassen lässt:

Der moderne Staat ist ein Garant für Fortschritt, soziale Sicherung und Gemeinschaft. Wenn er das gerade nicht ist, dann liegt das daran, dass die falschen Politiker ihn führen und von skrupellosen Konzernen dabei unterstützt werden.

Diese These ist ja an sich nicht falsch und es wäre sicherlich eine Freude Politiker wie Sahra Wagenknecht dabei zu beobachten, wie sie eine “BRD 2.0” aufbauen, einen Staat, in dem wieder die Interessen des Volkes an erster Stelle stehen, der Menschlichkeit und Zusammenhalt wieder fördert, statt zu verbieten.

Aber dieser Staat, selbst wenn Sahra oder andere Akteure ihn aufbauen könnten, wäre eben immer noch – ein Staat.

Die Übergriffigkeit des Staatswesens gegenüber seinen Subjekten, den so genannten Bürgern ist immer noch das Hauptproblem moderner Gesellschaften.

Das Individuum kann sich genau so lange und genau so weit frei entfalten, wie der Staat ihm das zubilligt und ermöglicht. Aber der Staat muss eben auch ideologische Grenzziehungen vornehmen und die Individuen bestrafen, welche dem kollektiven Ideal nicht entsprechen. JEder Staat ist ein System, das auf Zwang und Gewalt beruht und kann, wie wir es derzeit beobachten müssen, jederzeit von psychopathischen Satanisten gekapert und als Instrument der Massenfolter missbraucht werden.

An keiner Stelle stellt Sahra z.B. infrage, dass es ein Schulsystem geben sollte oder dass Riesenkonzerne mit Gewinnabsicht am Fließband herstellen sollten.

Freiheit und Selbstbestimmung sehen anders aus.

Sahras Ansatz ist trotzdem unterstützenswert, auch für Menschen, die sich dem rechten Spektrum zuordnen, solche, die kritisch gegenüber der neuen Hygienediktatur eingestellt sind und solche, die aus gutem Grund dem Staatswesen an sich misstrauisch gegenüberstehen.

Denn eine BRD 2.0 unter einer Kanzlerin Wagenknecht würde dem Volk zumindest seine Stimme zurückgeben und für all jene, die sich ganz anders aufstellen wollen und ohne staatliche Strukturen, Zwang und System leben wollen, die Möglichkeit eröffnen, für ihre Visionen einzutreten, was ja unter dem faschistischen Merkelregime, das man nicht faschistisch nennen darf, nicht geht.

Warum sie im September wieder für die völlig unwählbare Linkspartei antritt und diesem Haufen aus transsexuellen Kunsthistorikern mit Versagerhintergrund, E-Auto fahrenden Schnorrern und stalinverliebten Vollblutkommunisten nicht längst ade gesagt hat, bleibt genauso ihr Geheimnis, wie Hans-Georg Maaßen bisher auch noch nicht nachvollziehbar machen konnte, was er noch in der Zombiepartei CDU verloren hat.

Nun, die Alternativen sind rar. Es gibt ja eine, die sich auch so nennt, aber die füllt auch nur die Rolle einer kontrollierten Opposition aus. Und die Basis als neue Widerstandspartei ist wahrscheinlich auch nicht attraktiv für Menschen, die es gewohnt sind in der medialen Öffentlichkeit eine Stimme zu haben, die vielleicht kritisiert, vielleicht sogar diffamiert, aber immerhin gehört wird.

Wer sich also einen Staat zurückwünscht, der seine Bürger wieder umsorgt, statt sie langsam umzubringen, der findet bei Sahra sicherlich Dinge, mit denen er in Resonanz gehen kann.

Wer aber – spätestens aufgrund der staatlichen Hybris in der aktuellen Krise – mittlerweile dem Staatswesen an sich kritisch gegenübersteht, sollte vielleicht lieber hier weiterlesen:

Staatsverzicht

Weg mit der Schule

Kleine Geschichte der BRD

Hier noch ein Interview mit Wagenknecht zu ihrem Buch:

Author: headofspear

Erster Speerzenturio des Kollektivs