Was sind Trolle und warum gibt es sie?

Unsere Sekretärinnen scannen fast unter jedem Reitschuster Artikel die Kommentare. Meistens finden sie nichts Sinnvolles. Heute gab es gleich zwei Ausnahmen:

Zum einen kann man unter dem Artikel “Sachsens Bürgermeister protestieren gegen harten Corona-Kurs”, der ja an sich eher eine frohe Botschaft darstellt, ein Musterbeispiel eines Trolls finden.

Man muss den Kommentatoren von Reitschuster lassen, dass sie sich immerhin in den meisten Fällen nicht auf das Niveau dieses Trolls herabziehen lassen. Allerdings missachten sie auch die Internetregel No.1:

NEVER FEED THE TROLL!!!

Besonders furchterregendes Beispiel eines Trolls, den man zuviel gefüttert hat

Der Troll tritt plötzlich auf, giftet herum – und stellt dann berechtigte Kritik an seinem Gift wiederum als Gift dar. Die Taktik ist so alt wie das Internet (oder vielleicht sogar noch ein klein wenig älter) und führt bei gutmütigen, naiven Kommentatoren oft zu Rechtfertigungsorgien, Versuchen mit Vernunft zu argumentieren oder veruschten Bloßstellungen des Trolls als Troll.

Leider ist es die Natur des Trolls, dass ihm völlig egal ist, WAS er zu fressen bekommt. Negative oder positive Aufmerksamkeit – alles ist Aufmerksamkeit!

Wer sich das antun mag, der kann im Kommentarbereich des Artikels wunderschön so ziemlich alle Trolltaktiken nachvollziehen:

  • andere gegeneinander aufhetzen
  • versuchen den Seitenbetreiber gegen die Kommentatoren aufzuhetzen
  • absichtliches Missverstehen
  • Wüste Beschimpfungen und pauschale Verunglimpfungen
  • Abstreiten, dass man wüst beschimpft und pauschal verunglimpft hätte
  • Projektion (d.h. behaupten die anderen würden wüst beschimpfen und pauschal verunglimpfen)
  • Schützenhilfe durch einen anderen Troll
  • Verbreiten von allgemeinem Gift

So sorgt der Troll, an dieser Stelle genauso wie woanders, dafür, dass die Leute ihre Zeit verschwenden.

Es gibt nur eine Möglichkeit, Getrolle im Internet zu unterbinden: Der Seitenbetreiber muss die Kommentare von Trollen (und am Besten auch alle Kommentare, die sich darauf beziehen) schlicht löschen.

Natürlich wird der Troll dann versuchen mit dem “Zensurvorwurf” zu kommen. Er wolle ja nur “seine” Meinung sagen und so fort.

In Verbindung damit, dass man wenn man “Troll” in eine Suchmaschine eingibt jeder zweite bis dritte Eintrag, der sich nicht mit Kinderspielzeug beschäftigt, “rechte” Trolle behandelt – Framing – ist das geradezu absurd. Und doch trifft es die Leute in ihrem Kern, da sie ja für einen freien Dialog streiten und eigentlich auch Meinungen stehen lassen können und wollen, die sie nicht teilen. Sie kommen also ins Grübeln, weil sie gewohnt sind Kritik konstruktiv aufzunehmen und ggf. ihr Verhalten zu ändern. Das ist im normalen menschlichen Umgang, auch im Netz, eine schöne Sache. Kommentator A äußert Position xy, Kommentator B argumentiert xy sei falsch oder zumindest fragwürdig, weil pq. Kommentator A überdenkt seine Äußerung und kommt vielleicht dahin, seine Meinung zu ändern, anzupassen oder zu erweitern – oder bleibt eben bei seinem Statement, weil die Gegenargumentation ihn nicht überzeugt. Wupdidu! Ein demokratischer Dialog!

Der Troll macht genau das aber unmöglich, weil er nicht eine (und erst recht nicht “seine”) Meinung vertritt, sondern bewusst Aussagen wählt, die provozieren und spalten sollen – bis hin zu der Behauptung, wenn man ihm Getrolle vorwerfe, dann unterdrücke man sein Recht auf freie Meinungsäußerung.

Zwei Umstände kommen dem Troll dabei besonders zugute:

  • zum einen ist es sehr schwer eine böse Absicht nachzuweisen (nicht nur, aber auch im Fall von Getrolle)
  • zum anderen können sich die meisten Menschen, soweit noch immer gutmütig und arglos, gar nicht vorstellen, dass es professionelle Trolle geben könnte, die zum eigenen Vergnügen oder gegen Zuwendungen unschuldige Kommentarbereiche aufmischen

So entsteht die absurde Situation, dass die normalen, guten Leute sich wegen des Trolls zerstreiten. Wenn, wie im genannten Fall, dann sogar jemand Partei für den Troll ergreift, dann wird meist noch eine – oder gleich zwei – Schippen draufgelegt, triumphierend gesagt “seht her, eure eigenen Leute stimmen mir zu”

Der nächste Schritt ist dann das Hinzuholen eines oder mehrerer weiterer Trolle, die das Spiel mitspielen und die arglosen Kommentatoren noch mehr verwirren.

Selbst wenn der Troll sich dann irgendwann verzieht, weil er kein Futter mehr kriegt oder einfach genügend aufgehetzt (und sich dran geweidet hat), der Schaden ist angerichtet, die Energie abgezogen, das Misstrauen untereinander gesäht.

Als Seitenbetreiber, der eine Kommentarfunktion zulässt, weil er möchte, dass die Leser seine Artikel ergänzen und gemeinsam darüber diskutieren können, sollte man also ein wenig Arbeit in die Moderation des Kommentarbereichs stecken.

Reitschuster hat es ja immerhin geschafft, öffentliche Nachfragen des Kollektivs Speerspitze zu Aussagen seines Anwalts, zu löschen bzw. gar nicht erst freizuschalten.

Wir wollen das hier gar nicht kritisieren, das kann er (bzw. sein Team) ja tun. Aber dann so ein Getrolle im Kommentarbereich zuzulassen, wie unter dem genannten Bürgermeisterartikel, führt zur Verschwendung von Lebenszeit der Leser und Kommentatoren.

Immerhin konnte das jetzt als Anschauungsbeispiel für diesen Artikel dienen, somit hat es ja doch einen Wert.

Also noch einmal:

NEVER FEED THE TROLL!!!

Eine Bemerkung sei noch erlaubt: Auch im vorliegenden Fall fällt auf, was man bei sehr vielen Trollen beobachten kann: Im Falle der vermeintlichen Entlarvung sprüht der Troll noch einmal soviel Gift, wie es nur geht, wird allgemein und beschimpft nicht mehr nur einzelne Leser, sondern wahlweise alle Leser, alle Angehörigen der Gruppe, zu der sich der Seitenbetreiber rechnet oder auch gleich – wie im vorliegenden Fall – alle Deutschen. Oder er wird noch allgemeiner und behauptet alle Menschen seien dumme Idioten. Trolle sehen sich also anscheinend selbst nicht als Menschen an.

Anfangs wurden zwei Ausnahmen von der Regel erwähnt, dass Reitschusters Kommentarbereich langweilig ist. Eine richtige Perle haben wir nämlich , ganz unabhängig vom Getrolle, im fraglichen Kommentarbereich noch gefunden und geben sie hier wieder:

Wenn ich mich impfen lasse: ??????
1.- Kann ich aufhören, die Maske zu tragen?
• Regierung – Nein
2.- Können die Restaurants, Kneipen, Bars etc. wiedereröffnet werden und alle arbeiten normal?
• Regierung – Nein
3.- Bin ich gegen Covid resistent?
• Regierung – Vielleicht, aber wir wissen es nicht genau…..
4.- Wenigstens bin ich nicht mehr ansteckend für andere?
• Regierung – Nein, man kann es immer noch weitergeben, möglicherweise weiß es niemand.
5.- Wenn wir alle Kinder impfen, geht die Schule normal weiter?
• Regierung – Nein
6.- Wenn ich geimpft bin, kann ich dann die soziale Distanzierung beenden?
• Regierung – Nein
7.- Wenn ich geimpft bin, kann ich aufhören, meine Hände zu desinfizieren?
• Regierung – Nein
8.- Wenn ich mich und meinen Opa impfe, können wir uns dann umarmen?
• Regierung – Nein
9.- Werden Kinos, Theater und Stadien dank Impfstoffen wieder geöffnet?
• Regierung – Nein
10.- Mögen die Geimpften in der Lage sein, sich [Veranstaltungen; Partys] zu versammeln.
• Regierung – Nein
11.- Was ist der wahre Vorteil des Impfens?
• Regierung – Das Virus wird Sie nicht töten.
12.- Bist du sicher, dass es mich nicht umbringt?
• Regierung – Nein
13.- Wenn statistisch gesehen mich das Virus sowieso nicht tötet… Warum sollte ich mich impfen lassen?“
• Regierung – um andere zu schützen.
14.- Also wenn ich mich impfen lasse, sind die anderen 100 % sicher, dass ich sie nicht infiziere?

Regierung – Nein, wir sind uns nicht sicher

Also, um es zusammenzufassen: Der Covid-9-Impfstoff…
• gibt keine Immunität.
• eliminiert das Virus nicht.
• verhindert nicht den Tod.
• garantiert nicht, dass du es nicht bekommst.
• Das hält dich nicht davon ab, es zu bekommen.
• haltet dich nicht davon ab, es weiterzugeben
• schließt nicht die Notwendigkeit von Reiseverboten aus.
• schließt nicht die Notwendigkeit einer Geschäftsschließung aus.
• schließt die Notwendigkeit von Sperrungen nicht aus.
• schließt nicht die Notwendigkeit einer Verschleierung aus.

Author: headofspear

Erster Speerzenturio des Kollektivs